Prävention sexualisierter und interpersonaler Gewalt2026-09-15T17:08:56+02:00
Jemand schreibt mit blauer Tinte auf gelbem Papier: „Wo sehe ich Handlungsmöglichkeiten?“; daneben liegen eine Brille und Unterlagen.
Ein blauer, geschwungener Pfeil bildet eine Schleife, bevor er auf hellgrauem Hintergrund nach unten und nach rechts zeigt.

Prävention sexualisierter und interpersonaler Gewalt

Ein wirksamer Schutz vor Gewalt im Sport beginnt mit einer klaren Haltung. Wir unterstützen Vereine und Verbände dabei, Präventionsmaßnahmen umzusetzen, sichere Strukturen zu schaffen und Kinder sowie Jugendliche nachhaltig zu schützen.

Prävention sexualisierter und interpersonaler Gewalt

Der Schutz von Kindern und Jugendlichen ist eine zentrale Aufgabe der Bremer Sportjugend. Wir setzen uns dafür ein, dass junge Menschen Sport in einem sicheren, respektvollen und wertschätzenden Umfeld erleben können. Gemeinsam mit dem Landessportbund Bremen unterstützen wir Vereine/Verbände dabei, wirksame Maßnahmen zum Schutz vor sexualisierter und anderer interpersonaler Gewalt umzusetzen. Während die Bremer Sportjugend den Schwerpunkt auf den Kinder- und Jugendschutz legt, findet ihr auf der Seite des Landessportbundes Bremen weiterführende Informationen zum Schutz vor Gewalt im Sport insgesamt.

An einem sonnigen Tag geht ein Erwachsener neben einem Kind her, das auf einem Pferd einen von Bäumen gesäumten Feldweg entlang reitet.

Kinder- und Jugendschutz

Was bedeutet Kinder- und Jugendschutz?2026-09-10T13:54:01+02:00

Kinder und Jugendliche haben das Recht, ihren Sport in einem sicheren, respektvollen und gewaltfreien Umfeld auszuüben. Sportvereine und -verbände tragen eine besondere Verantwortung, dieses Recht aktiv zu schützen und Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen sich junge Menschen sicher entwickeln können.

Ein wirksamer Kinder- und Jugendschutz umfasst dabei sowohl präventive Maßnahmen und die Sensibilisierung aller Beteiligten als auch klare Handlungswege für den Umgang mit Verdachtsfällen und konkreten Vorfällen. Kinder- und Jugendschutz hat das Ziel, Kinder und Jugendliche vor allen Formen von Gewalt und Gefährdung zu schützen. Dazu gehören insbesondere:

  • Interpersonale Gewalt – absichtlicher Einsatz von Gewalt oder Macht gegenüber anderen Personen, sie kann in folgenden Formen auftreten:
  • Sexualisierte Gewalt – alle Formen sexualisierter Grenzverletzungen, Übergriffe und strafbarer Handlungen.
  • Körperliche Gewalt – körperliche Übergriffe oder unangemessene Bestrafungen.
  • Seelische Gewalt – beispielsweise Beleidigungen, Demütigungen, Einschüchterungen, Ausgrenzung oder Mobbing.
  • Digitale Gewalt – zum Beispiel Cybermobbing, grenzüberschreitende Kommunikation über soziale Medien oder Messenger-Dienste sowie die unerlaubte Weitergabe von Bildern oder persönlichen Informationen.
  • Diskriminierung – Benachteiligung oder Ausgrenzung aufgrund beispielsweise von Geschlecht, Herkunft, Behinderung, Religion, sexueller Orientierung oder Identität.
  • Vernachlässigung – das Unterlassen notwendiger Fürsorge oder Aufsicht sowie das Missachten grundlegender Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen.
  • Grenzverletzungen und Machtmissbrauch – Verhaltensweisen, bei denen persönliche Grenzen überschritten oder Abhängigkeits- und Vertrauensverhältnisse ausgenutzt werden.

Sexualisierte Gewalt ist eine Form interpersonaler Gewalt. Kinder- und Jugendschutz umfasst Maßnahmen zum Schutz vor sexualisierter, körperlicher und psychischer Gewalt sowie vor Vernachlässigung und anderen Grenzverletzungen.

Der Kinder- und Jugendschutz setzt dabei nicht erst bei strafbaren Handlungen an. Bereits grenzverletzendes oder unangemessenes Verhalten soll erkannt, angesprochen und verhindert werden, um ein sicheres und respektvolles Miteinander im Sport zu fördern.

Wie können Vereine/Verbände Kinder und Jugendliche schützen?2026-09-10T13:57:39+02:00

Ein wirksamer Kinder- und Jugendschutz entsteht nicht durch eine einzelne Maßnahme, sondern durch das Zusammenspiel verschiedener Bausteine. Ziel ist es, eine Vereins-/Verbandskultur zu schaffen, in der Kinder und Jugendliche sicher Sport treiben können und Grenzverletzungen frühzeitig erkannt und verhindert werden: Eine Kultur des Hinsehens und der Achtsamkeit schaffen.

Wichtige Bestandteile eines wirksamen Kinder- und Jugendschutzes sind beispielsweise:

  • Klare Verhaltensregeln, die einen respektvollen und wertschätzenden Umgang im Verein fördern.
  • Geschulte Ansprechpersonen, an die sich Kinder, Jugendliche, Eltern und Mitarbeitende bei Fragen oder Sorgen vertrauensvoll wenden können.
  • Qualifizierung und Sensibilisierung von hauptberuflich und ehrenamtlich Engagierten, damit sie Grenzverletzungen erkennen und angemessen handeln können.
  • Beteiligung von Kindern und Jugendlichen, damit ihre Bedürfnisse und Perspektiven in die Gestaltung eines sicheren Vereins-/Verbandslebens einfließen.
  • Transparente Beschwerde- und Meldewege, die allen Beteiligten bekannt sind und Orientierung im Umgang mit Verdachtsfällen geben.
  • Ein Schutzkonzept, das auf einer Risiko- und Potentialanalyse basiert, alle Maßnahmen bündelt, Zuständigkeiten regelt und den Kinder- und Jugendschutz nachhaltig im Vereins-/Verbandsalltag verankert.

Jeder Verein/Verband ist unterschiedlich. Deshalb sollten Schutzmaßnahmen immer an die Strukturen, Angebote und Zielgruppen des jeweiligen Vereins/Verbands angepasst werden. Entscheidend ist, dass Kinder- und Jugendschutz als kontinuierlicher Prozess verstanden und aktiv gelebt wird.

Unterstützung für Vereine/Verbände2026-07-06T22:42:48+02:00

Die Bremer Sportjugend begleitet und unterstützt Vereine/Verbände auf dem Weg zu einem wirksamen Kinder- und Jugendschutz. Ob erste Fragen, die Entwicklung eines Schutzkonzepts oder die Qualifizierung von Mitarbeitenden – wir stehen euch mit Beratung, Fachwissen und praxisnahen Angeboten zur Seite.

Unser Unterstützungsangebot umfasst unter anderem:

  • individuelle Beratung zu Fragen des Kinder- und Jugendschutzes,
  • Schulungen und Qualifizierungsangebote für Haupt- und Ehrenamtliche – Möglichkeit zur Finanzierung durch die Jugendbildung
  • Begleitung bei der Entwicklung und Umsetzung von Schutzkonzepten,
  • Materialien, Arbeitshilfen und Vorlagen für die Vereinsarbeit,
  • Finanzielle Unterstützung durch Förderungen (hier geht es zum Förderantrag PSG) sowie
  • Vernetzung mit Fachstellen und weiteren Unterstützungsangeboten.
Vier Personen stehen in einer Reihe mit ausgestreckten Armen, auf jedem Unterarm sind mit bunten Filzstiften Wörter und Herzen aufgemalt: „TEAM“, „SPORT“, „ZUSAMMEN“ und „SPASS“.
Ein Trainer zeigt einen Zettel an vier Jugendliche, die auf einem Fußballplatz stehen, im Hintergrund sind Torpfosten und Bäume zu sehen.

Gemeinsam Kinder- und Jugendschutz gestalten

Kinder- und Jugendschutz lebt von engagierten Menschen. Deshalb suchen wir regelmäßig Referent:innen auf Honorarbasis, die Vereine und Verbände bei der Präventionsarbeit unterstützen und ihr Wissen in Schulungen, Workshops oder Informationsveranstaltungen weitergeben möchten. Wenn ihr Freude daran habt, das Thema Kinder- und Jugendschutz im Sport aktiv mitzugestalten, freuen wir uns über eure Kontaktaufnahme. Darüber hinaus bietet der Landessportbund Bremen regelmäßig Schulungen für Ansprechpersonen im Verein an. Die Qualifizierung vermittelt Grundlagen zum Schutz vor Gewalt im Sport und bereitet darauf vor, als Ansprechperson im eigenen Verein tätig zu
sein.

Kinderschutzbeauftragte der BSJ & Anlaufstellen

Kinder-
schutzbeauftragte der BSJ & Anlaufstellen

Eine Frau mit welligem braunem Haar, die einen braunen Pullover mit Knöpfen trägt, lächelt vor einem schlichten hellgrauen Hintergrund in die Kamera.

Moin, ich bin Hanna Meinikmann.

Mir ist wichtig, dass Gewalt im Sport kein Tabuthema ist und wir gemeinsam eine Kultur des Hinsehens und Handelns schaffen.

E-Mail: h.meinikmann@lsb-bremen.de
Telefon: 0421 – 792 87 23

Eine Person mit langen, lockigen braunen Haaren, die ein braunes Oberteil trägt, posiert vor einem schlichten hellgrauen Hintergrund.

Moin, ich bin Pia Biernat.

Mir ist wichtig, Sportvereine für das Thema Kinderschutz zu sensibilisieren und Handlungssicherheit zu schaffen.

E-Mail: p.biernat@lsb-bremen.de
Telefon: 0421 – 792 87 14

Externe Fachberatungsstellen

Unterstützung bei Verdachtsfällen, Beratung Betroffener und Begleitung von Vereinen/Verbänden und Unterstützung in akuten Krisen- und Gefährdungssituationen.

Kinderschutzsiegel

Was ist das Kinderschutzsiegel?2026-09-10T13:51:49+02:00

Das Kinderschutzsiegel der Bremer Sportjugend zeichnet Sportvereine und -verbände aus, die sich aktiv und nachhaltig für den Schutz von Kindern und Jugendlichen engagieren. Es macht nach innen und außen sichtbar, dass ein Verein/Verband Verantwortung übernimmt und Maßnahmen zum Kinder- und Jugendschutz verbindlich in seinen Strukturen verankert hat.

Um das Kinderschutzsiegel zu erhalten, müssen festgelegte Qualitätskriterien erfüllt und entsprechende Nachweise eingereicht werden. Das Siegel soll Vereine und Verbände dabei unterstützen, den Kinder- und Jugendschutz systematisch weiterzuentwickeln und eine Kultur des Hinsehens, der Wertschätzung und des respektvollen Miteinanders zu fördern. Gleichzeitig bietet es Eltern, Kindern und Jugendlichen Orientierung bei der Wahl eines Vereins.

Warum das Kinderschutzsiegel?2026-07-19T21:39:37+02:00

Mit dem Kinderschutzsiegel zeigt euer Verein/Verband, dass der Schutz von Kindern und Jugendlichen aktiv gelebt wird und einen festen Platz im Vereinsalltag hat. Das Siegel macht das Engagement eures Vereins/Verbands nach innen und außen sichtbar und setzt ein deutliches Zeichen für Verantwortung, Qualität und Sicherheit im Sport.

Das Kinderschutzsiegel…

  • macht Engagement sichtbar und zeigt, dass Kinder- und Jugendschutz im Verein/Verband einen hohen Stellenwert hat.
  • stärkt das Vertrauen von Kindern, Jugendlichen, Eltern sowie ehren- und hauptamtlich Engagierten.
  • unterstützt die Qualitätsentwicklung, indem Vereine/Verbände ihre Strukturen und Schutzmaßnahmen kontinuierlich weiterentwickeln.
  • fördert eine wertschätzende Vereins-/Verbandskultur, in der Respekt, Achtsamkeit und ein sicheres Miteinander selbstverständlich sind.
  • zeigt Verantwortung und macht deutlich, dass der Verein/Verband sich aktiv für den Schutz junger Menschen einsetzt.
So erhält man das Kinderschutzsiegel2026-09-10T13:53:11+02:00

Der Weg zum Kinderschutzsiegel erfolgt in folgenden Schritten:

Eine Person mit lockigem Haar in einem blauen Kapuzenpulli sitzt lächelnd an einem Tisch und tippt auf einem Laptop, der mit bunten Aufklebern übersät ist.

Selbstcheck

Mit dem Selbstcheck können Vereine/Verbände den aktuellen Stand ihrer Präventionsarbeit einschätzen und erkennen, welche Maßnahmen bereits umgesetzt wurden und wo noch Entwicklungspotenzial besteht.

Der Selbstcheck hilft dabei,

  • den Einstieg zu erleichtern,
  • vorhandene Maßnahmen sichtbar zu machen,
  • Entwicklungsschritte zu planen,
  • sich auf das Kinderschutzsiegel vorzubereiten.

So erreichst du uns

Ob per E-Mail, Instagram oder Facebook – wir sind auf verschiedenen Wegen für dich erreichbar. Schreib uns gerne, wenn du Fragen hast oder mehr über die Bremer Sportjugend erfahren möchtest.

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